Trocknen

dosing belt drying process

Unter “Trocknen” versteht man das Entfernen von Wasser aus festem, halbfestem oder flüssigem Material, wie Gülle, Schlamm oder Gärrest aus der Biogasanlage. Bei Dorset geschieht das im Rahmen eines gesteuerten und regelbaren Prozesses.

Durch den Kontakt vom Warmluft und Feuchtigkeit verdampfen große Mengen Wasser aus dem Ausgangsmaterial. Als Folge davon werden Volumen und Gewicht des zu trocknenden Materials reduziert. Bei einem Trockensubstanzgehalt im Ausgangsmaterial von etwa acht Prozent kann beispielsweise bei Gülle oder Gärrest nach dem Durchlaufen des Trocknungsprozesses mit dem Dorset-Bandtrockner ein Trockensubstanzgehalt von etwa 90 Prozent erreicht werden. Neben dem Vorteil, das Volumen erheblich zu reduzieren, erzielt man zusätzlich verbesserte Eigenschaften. Mehr Informationen finden Sie dazu unter der Rubrik “Anpassung”.

Wichtige Parameter für den Trocknungsprozess

Lufttemperatur

Die Trocknerkapazität wird vor allem durch die zur Verfügung stehende Wärme beeinflusst. In der Geflügelhaltung wird vor allem die Stallluft – sie ist etwa 20 bis 30 Grad warm – genutzt, um den Geflügelkot zu trocknen. Je höher die Temperatur der in den Trockner eingeführten Luft, desto höher ist auch die Leistung des Trockners. Beim Trocknen von Gärrest oder Biomasse wird meistens die Abwärme des Blockheizkraftwerkes als Energiequelle genutzt, in vielen Fällen wird das öffentlich gefördert im Rahmen des so genannten KWK–Bonus (EEG 2004, EEG 2009). Gemäss EEG 2012 steht die Nutzung der Wärme zur Gärresttrocknung auf der Positivliste.

Luftfeuchtigkeit

Je geringer die Luftfeuchtigkeit, desto mehr Wasser kann verdampft werden. Das bedeutet: Es kann auch mehr Material getrocknet werden.

Luftvolumen

Je größer das Luftvolumen, desto mehr Wasser kann verdampft werden. Allerdings kann eine höhere Luftgeschwindigkeit auch eine größere Staubentwicklung im Trockner zur Folge haben. Dorset-Trockner sind für geringe Luftgeschwindigkeiten ausgelegt.

Kontaktfläche zwischen Trockengut und Warmluft

Die Voraussetzung für eine optimale Trocknungsleistung ist eine große Kontaktfläche zwischen der Warmluft und dem Trockengut. Dazu wird die Warmluft durch das Trockengut hindurchgezogen, das auf perforierten Stahlplatten ausgebreitet liegt. Dadurch ist die Trocknungsoberfläche so groß wie möglich, das Wasser kann optimal aus dem Trockengut entweichen.

Kurzbeschreibung der Dorset-Trockner

Die meisten Dorset-Trocknertypen sind Plattenbandtrockner. Das Band besteht aus hintereinander gereihten perforierten Stahlplatten. Sie sind entweder verzinkt und pulverbeschichtet oder – bei besonders korrosivem Trockengut – aus Edelstahl gefertigt. Ventilatoren ziehen die Luft im Unterdruck durch das Trockengut und die Platten. Eine genaue Beschreibung finden Sie unten oder in unserem Prospekt (PDF Datei).

Der Trockner in Funktion

Der Dorset Trockner ist ein Plattenbandtrockner.

Der Trockner besteht aus perforierten Stahlplatten mit einer glatten Oberflächenbeschichtung, bzw. aus Edelstahlplatten. Dadurch lassen sich Schichtdicken von 15 bis 40 Zentimetern realisieren, mit denen größtmögliche Trocknungsleistungen bei geringer Baugröße erzielt werden können.

Die Platten, auf denen sich das Trockengut befindet, werden durch eine Rollenkette gezogen. Das Trockengut wird auf der oberen Plattenebene abgelegt und danach durch den Trockner geführt.

Flüssigkeiten oder Schlämme, wie z.B. Gärrest, Gülle oder ähnliche Materialien mit geringen Trockensubstanzgehalten werden vor der Ablage auf dem Band zunächst gemischt mit fertigem, getrockneten Material. Dafür wird ein Teilstrom des fertigen Trockengutes automatisch in einen Mischer zurückgeführt, über eine Pumpe wird der flüssige Anteil dazugegeben. Dieses Verfahren nennt man Rückmischung.

Dafür wird ein kleiner Vorrat des fertigen, getrockneten Materials in einem Pufferbehälter aufgehoben, bevor er letztendlich in das Endlager überführt wird.

Separierter Gärrest, der den Pressschneckenseparator oder Dekanter durchlaufen hat, oder andere Presskuchen wird direkt ohne Vorbehandlung auf ein Pendelföderband(Pendeldosierer) abgelegt und im Anschluss auf das Plattenband verteilt. Das Material muss dazu tropffrei sein.

Die Warmluft wird über Luftkanäle – bestehend aus Sandwichpaneelen – von der Wärmequelle (z.B. einem Wärmetauscher) durch den Trockner geführt. Dadurch lassen sich die Luftkanäle großzügig dimensionieren, damit bei geringer Luftgeschwindigkeit die Staubentwicklung so gering wie möglich gehalten werden kann.

Im Nachgang kann das Trockengut ggf. zu Pellets gepresst und verpackt werden.